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Jens Einhorn (b. 1980, Leisnig, Germany) creates paintings that explore perception, memory and the fragile experience of being in the world. Moving between abstraction and figuration, his work develops open pictorial spaces in which fragments of experience, landscape and imagination intersect.

Growing up in East Germany during a period of profound political and social transformation, Einhorn experienced environments marked by transition: concrete housing blocks, abandoned industrial sites, empty lots and the shifting edges between city and landscape. In the 1990s many of these places developed into improvised cultural territories — spaces where subcultures emerged and where abandoned buildings and industrial structures were temporarily reclaimed and reappropriated. These atmospheres of transition and improvisation continue to inform his work. His paintings often evoke spaces of in-between where personal experience, collective history and existential reflection intersect.

Einhorn rarely begins with a blank canvas. Instead, he often works with surfaces already marked by time and earlier processes — reused canvases, fragments of previous paintings and materials found in the studio. Through layering, removing, collaging and overpainting, images gradually emerge. The works retain visible traces of their making: fragments, interruptions and open spaces that mirror the way memories, identities and histories form through accumulation and change.

Einhorn’s visual language often appears direct and reduced, sometimes recalling the immediacy of children’s drawings or outsider art. This apparent simplicity, however, is not stylistic quotation but part of an experimental process in which ideas are placed directly into the image and allowed to develop freely. Figures, animals, symbols and abstract forms coexist without fixed hierarchy, shifting between landscape, sign and narrative.

Recurring motifs such as animals, birds, cosmic elements or urban fragments appear throughout his work. They function less as symbolic illustrations than as poetic presences within a wider field of perception.

At its core, Einhorn’s work reflects on the fragile and provisional nature of existence. Rather than offering fixed meanings, his paintings remain open spaces in which fragments of experience, memory and imagination come together.

Jens Einhorn studied Fine Art with Astrid Klein in Leipzig and painting at the Kunstakademie Düsseldorf with Tal R and Andreas Schulze. He graduated as Meisterschüler of Tal R. Einhorn lives and works in Berlin.

Deutsch

In seiner Malerei beschäftigt sich Jens Einhorn (geb. 1980 in Leisnig) mit Wahrnehmung, Erinnerung und der fragilen Erfahrung des In-der-Welt-Seins. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Abstraktion und Figuration und entwickeln offene Bildräume, in denen Fragmente von Erfahrung, Landschaft und Vorstellung aufeinandertreffen.

Aufgewachsen in Ostdeutschland während einer Zeit tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Umbrüche, war Einhorn von Orten geprägt, die sich im Übergang befanden: Plattenbausiedlungen, brachliegende Industriegelände, leere Flächen und die Übergänge zwischen Stadt und Landschaft. In den 1990er Jahren entwickelten sich viele dieser Orte zu improvisierten kulturellen Räumen — Orte, an denen sich Subkulturen formierten und verlassene Gebäude und Industriebauten zeitweise neu angeeignet wurden. Diese Atmosphären des Übergangs und der Improvisation prägen seine Arbeit bis heute. Viele seiner Bilder lassen Räume entstehen, die weniger reale Orte als psychologische Landschaften sind, in denen sich persönliche Erfahrung, kollektive Geschichte und existenzielle Fragen überlagern.

Einhorn beginnt selten mit einer unberührten Leinwand. Stattdessen arbeitet er häufig mit Bildträgern, die bereits Spuren früherer Prozesse enthalten — wiederverwendete Leinwände, Fragmente älterer Bilder oder Materialien aus dem Atelier. Durch Überlagerung, Übermalung, Herauslösen und Collagieren entstehen Bildräume, in denen die Entstehung sichtbar bleibt. Die Bilder bewahren Brüche, Fragmente und offene Stellen und spiegeln damit wider, wie Erinnerung, Identität und Geschichte sich aus Schichten und Veränderungen zusammensetzen.

Die Bildsprache wirkt häufig reduziert und unmittelbar und kann an die Direktheit von Kinderzeichnungen oder Outsider-Art erinnern. Diese scheinbare Einfachheit ist jedoch kein stilistisches Zitat, sondern Teil eines experimentellen Arbeitsprozesses, in dem Ideen unmittelbar in das Bild gesetzt werden. Figuren, Tiere, Zeichen und abstrakte Formen stehen gleichberechtigt nebeneinander und können zwischen Landschaft, Symbol und Erzählung wechseln.

Wiederkehrende Motive wie Tiere, Vögel, Himmelskörper oder urbane Fragmente erscheinen in vielen Arbeiten. Sie wirken weniger als symbolische Illustrationen denn als poetische Präsenz innerhalb eines offenen Wahrnehmungsraums. Die Bilder bewegen sich häufig zwischen Traum, Erinnerung und Gegenwart.

Im Kern reflektiert Einhorns Malerei die fragile und provisorische Natur menschlicher Existenz. Anstatt eindeutige Bedeutungen festzulegen, bleiben die Bilder offen und lassen Fragmente von Erfahrung, Erinnerung und Vorstellung miteinander in Beziehung treten.

Jens Einhorn studierte Bildende Kunst bei Astrid Klein in Leipzig sowie Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tal R und Andreas Schulze. Er schloss sein Studium als Meisterschüler von Tal R ab. Einhorn lebt und arbeitet in Berlin.

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